CranioSacrale Therapie
("cranium", lat.:"Schädel"; "sacrum", lat.:"Kreuzbein")
Die Nackenverspannungen kommen von der alten Blinddarmnarbe?
Die Hormonstörungen sind durch einen Unfall entstanden?
Die Knieschmerzen symbolisieren einen seelischen Konflikt?
Diese und ähnlich erstaunte Fragen entstehen nicht selten während der CranioSacralen Therapie.
Es erinnert an das Handauflegen als Heilmethode.
Tatsächlich wird durch das Auflegen der Hände ein Befund erstellt und nach Verspannungen im craniosacralen System des Patienten gesucht.
Was ist denn das CranioSacrale System?
Ein erst vor Kurzem entdecktes physiologisches, pulsierendes System.
Es besteht aus den Hirn- und Rückenmarkshäuten, den Strukturen, an denen diese Häute befestigt sind (Schädel, Kreuzbein, diverse Wirbel) und der Flüssigkeit, in dem Gehirn und Rückenmark schwimmen, genannt Liquor.
Wenn dieser Liquor im Körper gebildet und wieder abgebaut wird, entsteht ein wellenartiges Pulsieren, das vom geschulten Therapeuten überall am Körper des Patienten erfühlt werden kann.
Das nennt man den CranioSacralen Rhythmus.
Ist dieser Rhythmus verändert, weist das auf Störungen irgendwo im Körper hin. Das wiederum kann über bestimmte Techniken untersucht und behandelt werden.
Was soll mir das nützen?
Unfälle, Verletzungen, Situationen, die schon Jahre zurückliegen, können in der heutigen Zeit plötzlich oder immer noch Probleme bereiten. Das kann, ganz banal, eine alter Sportunfall sein, bei dem man einen Ball ins Gesicht bekommen hat. Die Wucht des Balles kann die einzelnen Schädelknochen so gestaucht haben, daß, vorerst unmerklich, die Beweglichkeit innerhalb des Schädels eingeschränkt wird. Die eingeschränkte Beweglichkeit der einzelnen Schädelknochen zueinander kann vom Therapeuten ertastet und behandelt werden.
Dieses Beispiel läßt sich auf andere Bereiche übertragen. Denken Sie an ein Umknicken mit dem Fuß.
Oder an eine alte Narbe im Knie, die die Biomechanik des Gelenks auf sehr subtile Art stören kann. Bedenken Sie, wie sehr die einzelnen Schädelknochen eines Säuglings bei einer Zangengeburt gestaucht werden können. Aber auch Reizzustände an den inneren Organen können gefunden werden.
Was passiert noch?
Wir craniosacral arbeitenden Therapeuten gehen davon aus, daß nicht nur unser Gehirn Erinnerungen speichert, sondern daß bestimmte traumatische Erlebnisse überall im Körper, in jeder Zelle, abrufbar sein können.
So kann die Behandlung beim "Handauflegen" Erinnerungen und Emotionen hervorrufen, die seelisch noch nicht optimal verarbeitet worden sind.
Durch den "somato-emotionalen-release" (eine Technik der CranioSacralen Therapie) können lange Zeit festgehaltene Themen hervorgeholt, bearbeitet und schließlich losgelassen werden.
Dabei kann es sein, daß der Patient die Situation noch einmal durchlebt, in der das Trauma entstand. Das kann als Auftauchen von Bildern geschehen.
Oder es kann sein, daß bestimmte Bewegungen durchgeführt werden, die auch "damals", als das Trauma entstand, gemacht wurden.
Was habe ich davon, mich an längst vergessene, schmerzhafte Themen zu erinnern?
In der Regel kostet es den Körper (und Ihre Seele) eine große Menge Energie,
alte, unverarbeitete Themen "unter Verschluß zu halten".
Nach dem echten Loslassen einer traumatischen Erfahrung kann diese Energie für zeitgemäß sinnvollere Aktivitäten genutzt werden.
Es ist immer schöner, seine Kräfte zur Gestaltung eines freien Lebens einzusetzen,
als zur Unterdrückung von Schmerz aus der Vergangenheit.
Finde ich.
Das erfordert manchmal ein wenig Mut.
Denn zunächst ist es eventuell unangenehm und schmerzhaft. Wie das Ablösen einer alten Kruste. Doch ist die alte Kruste gelöst, ist man danach meist beweglicher und leichter.
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